Von Staatennamen & ihren lieben Verwandten Von Staatennamen & ihren lieben Verwandten

1. Oktober 2026

Von Staatennamen & ihren lieben Verwandten

Häufig dienen die Substantive „Staatenname“ und „Ländername“ als Synonyme. Doch es gibt einen Unterschied: Bei einem Staatennamen geht es um die offizielle Benennung eines völkerrechtlich anerkannten Staats mit eigener Verfassung: Bundesrepublik Deutschland. Der Ländername ist der allgemein verwendete Kurzname: Deutschland.

01.Oktober 2026

Von Staatennamen & ihren lieben Verwandten

Häufig dienen die Substantive „Staatenname“ und „Ländername“ als Synonyme. Doch es gibt einen Unterschied: Bei einem Staatennamen geht es um die offizielle Benennung eines völkerrechtlich anerkannten Staats mit eigener Verfassung: Bundesrepublik Deutschland. Der Ländername ist der allgemein verwendete Kurzname: Deutschland.

Staatennamen ohne Artikel

Meistens kommen Ländernamen ohne einen bestimmten Artikel aus: Frankreich, Italien, Dänemark. Insgeheim haben sie jedoch ein neutrales Geschlecht (Genus), das nur in Verbindung mit einem Adjektiv zum Vorschein kommt: „das wiedervereinigte Deutschland“, „das wunderbare Italien“. Nach diesem Geschlecht richtet sich auch das Possessivpronomen: „Deutschland und seine Nachbarn“. Geht das Staatengebilde auf den Zusammenschluss mehrerer Länder zurück, dann erhält der Plural immer den entsprechenden Artikel: „die Vereinigten Staaten von Amerika“ bzw. „die USA“, ebenso „die Niederlande“.

Einige Staatennamen möchten auf die Begleitung durch einen weiblichen Artikel nicht verzichten: die Schweiz, die Ukraine, die Mongolei. Das „die“ wird dann entsprechend gebeugt: „Sie kam aus der Mongolei.“ Andere Staatennamen bevorzugen den männlichen bestimmten Artikel: der Iran, der Kongo, der Libanon. Inzwischen ist es jedoch auch korrekt, hier „der“ wegzulassen: Iran, Kongo, Libanon. Erlaubt ist ebenfalls, beim Genitiv das s zu setzen oder nicht: „die Grenze des Irans“, „die Grenze des Iran“. Ungeachtet der allgemein üblichen Handhabung, den männlichen Artikel zu nennen, empfiehlt das Auswärtige Amt die artikellose Form. Daran scheinen sich die Nachrichtenredaktionen zu halten. Nur im Fall „des Vatikans“ folgen sie dieser Empfehlung eher nicht.

In einer Insel oder auf einer Insel?

Die Präposition „aus“ in Verbindung mit einem Ländernamen gibt die Herkunft an: „Ich bin aus Deutschland“, während „in“ die Position verrät: „Ich bin in Deutschland“ und „nach“ sich auf die Richtung bezieht: „Ich fahre nach Deutschland.“ Zudem sind Gaben an ein Land möglich: „Meine Spende ist für Deutschland.“

Bei Inselnamen gibt die Präposition Auskunft über die Staatsform: Die Angabe „auf“ bezieht sich auf die geografische Lage der Insel: „auf Mallorca“ (zu Spanien gehörend), „auf Sizilien“ (zu Italien gehörend). Ist der Inselname zugleich derjenige eines eigenen Staats, wird meistens „in“ statt „auf“ verwendet: „in Kuba“, „in Malta“. Das sind Inselstaaten, deren Grenzen ausnahmslos im Meer verlaufen.

Wenn Staaten ihren Namen ändern

Wie schon oben angesprochen gibt es immer einen offiziellen Staatennamen, zum Beispiel „Bundesrepublik Deutschland“, allgemein genügt auch kurz „Deutschland“ oder landesintern „die Bundesrepublik“. Bundesländer sind unter anderem Nordrhein-Westfalen, Bayern oder Berlin – Letzteres ist einer von drei Stadtstaaten und zugleich die Hauptstadt des Bunds. Vor 1945 lautete der offizielle Name „Deutsches Reich“, während häufig ebenfalls synonym von der „Weimarer Republik“ die Rede ist (die bereits 1933 endete).

Im Laufe der Zeit haben sich Staaten immer wieder umbenannt, um der Weltgemeinschaft einen politischen Neustart zu signalisieren und sich beispielsweise von ihrer Vergangenheit als Kolonie zu distanzieren. Sri Lanka ist dafür ein bekanntes Beispiel (vorher Ceylon). Nur der schwarze „Ceylon-Tee“ erinnert noch an die Briten. Von diesen löste sich auch Burma (so benannt im angelsächsischen Raum, Skandinavien, der Schweiz und Ungarn) oder Birma (wie es im romanischen Sprachraum und in Deutschland hieß) und gab sich 1989 den neuen Namen Myanmar. Gleich zwei Namenswechsel hat die Republik Nordmazedonien hinter sich: Nach dem Ende Jugoslawiens hieß sie zunächst „Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien“ und dann „Republik Mazedonien“. Doch Letzteres gefiel den Griechen nicht, weil so auch eine Region in ihrem Land heißt (oder Makedonien) und sie Gebietsansprüche ihres Nachbarn befürchteten. Die Einigung mit Griechenland war die Bedingung dafür, dass Nordmazedonien 2020 nach vielen Jahren endlich sein Ziel erreichte, der NATO beizutreten. Die Landessprache heißt jedoch weiterhin „Mazedonisch“ und die Einwohner sind „Mazedonier“.

Abkürzungen für Staaten- und Ländernamen

Staaten, die aufgrund ihrer geografischen Lage oder ihrer gemeinsamen Kultur einander verbunden sind, werden gerne mit einer Kurzform zusammengefasst: So hört die Gemeinschaft von Belgien, den Niederlanden und Luxemburg auf „Beneluxländer“. Einen nicht unerheblichen Teil Nordeuropas umfasst „Skandinavien“, das damit sogar einen Eigennamen hat. Dazu gehören Schweden, Norwegen und Dänemark (mit Grönland und den Färöern). Je nach Definition zählen auch Finnland und Island dazu. In jedem Fall leben hier überall „Nordländer“. Drei Staaten im Zentrum Europas verbindet ihre deutsche Sprache: Deutschland, Österreich und die Schweiz (Schweizerdeutsch). Sie werden als „D-A-CH-Länder“ bezeichnet, weil D, A und CH die jeweiligen Länderkürzel sind.

Das „Nationalitätskennzeichen“ oder „Länderkennzeichen“ gibt an, in welchem Land ein Kraftfahrzeug zugelassen ist. Für Deutschland lautet es „D“. Der offizielle Staatenname kennt zudem die Abkürzung „BRD“.

Weltweit gibt es 195 anerkannte Staaten. Angesichts dieser Zahl bietet es sich an, mit Länderkürzeln zu arbeiten, die je nach Abkürzungssystem anders ausfallen. Der ISO-Code 3166 ordnet die Ländernamen alphabetisch und weist ihnen Kürzel aus jeweils zwei Buchstaben zu: Deutschland = DE, Finnland = FI, Vereinigtes Königreich = GB (Great Britain).

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