3. August 2026
03.August 2026
Die häufigste Form von Klammern ist rund: „(Wort)“. Ihr Sinn ist es, eine Ergänzung zum Text zu markieren oder Varianten in der Formulierung zum Ausdruck zu bringen. Es können beispielsweise einzelne oder mehrere Wörter, Sätze, Fragen, Satzfragmente, Abkürzungen, Ziffern oder Aufzählungen in Klammern stehen. Hier einige der üblichen Einsatzorte:
Manchmal setzen Autorinnen und Autoren zwei Klammern direkt hintereinander, zum Beispiel: „Vladimir Nabokov (1899–1977) (Abb. 15)“. Das ist keine gute Idee, besser ist: „Vladimir Nabokov (1899–1977, Abb. 15)“. Statt des Kommas kann auch ein Semikolon eingefügt werden.
Wenn es am Zeilenende zu einer Worttrennung kommt, steht nur vor der schließenden Klammer ein Trennungsstrich, zum Beispiel bei
Ist eine Abkürzung mit Bindestrich in das getrennte Wort integriert, dann wird dieser am Zeilenende zum Trennungsstrich:
Die einzigen Klammern, die nie gedruckt werden, sind doppelte runde Klammern: „((Welches Wort fehlt hier?))“. Sie stehen nur in Texten vor Satz, also vor der Entstehung des Layouts. Geht ein Manuskript zwischen dem Lektorat und Autorinnen oder Autoren hin und her, können solche Anmerkungen oder Fragen für diese enthalten sein, die sie nach einer Prüfung oder Bearbeitung löschen. Erhält der Grafikdesigner schließlich den satzfertigen Text mit noch bestehenden doppelten runden Klammern, ist deren Inhalt für ihn bestimmt und erleichtert ihm die Zuordnung der einzelnen Textarten für die Gestaltung: ((Bildunterschrift)). Auch er entfernt sie später.
Bei einer Klammer innerhalb einer Klammer kann es zu folgendem Fall kommen: „(Änderung des Grundgesetzes (zuletzt durch Art. 1 v. 22.03.2025, Nr. 94))“. Da doppelte Klammern grundsätzlich nicht gedruckt werden, muss eine Auflösung erfolgen: „(Änderung des Grundgesetzes, zuletzt durch Art. 1 v. 22.03.2025, Nr. 94)“.
Der allgemeine Trend geht dahin, Sprache zu verknappen. Mithilfe von Klammern gelingen verkürzte Formulierungen, ohne jedoch die Aussage zu verunklaren. Kann zum Beispiel sowohl von „tasten“ als auch „ertasten“ die Rede sein, lassen sich beide Wörter so kombinieren: „(er)tasten“. Geht es nur um Buchstaben oder um Affixe bei Ableitungen, dann werden Klammern so eingesetzt: „Autor(inn)en“ oder „(un)sichtbar“. Entscheidend ist, dass immer ein sinnvolles Wort vorliegen muss – sowohl, wenn man das Eingeklammerte mitliest, als auch, wenn es entfällt.
Bei zusammengesetzten Substantiven verhält es sich genauso. Hier können Wortbestandteile entweder an erster Stelle in Klammern stehen: „(Mathe-)Lehrer“, „(Produkt-)Katalog“, „E(lektro)-Roller“. Oder sie stehen an zweiter Stelle – dann sind zwei Varianten erlaubt: „Tau(-Wetter)“ oder „Tau(wetter)“. Die Bindestrichvariante gilt jedoch nur, wenn das Wort auch ohne Klammern mit Bindestrich auskommt. Nicht funktionieren würde „gelb(-lich)“, weil man nie „gelb-lich“ schreibt. Geht es nur um einen einzelnen Buchstaben in Klammern, dann dürfen Bindestriche entfallen wie bei „(k)ein Blumenstrauß“.
Runde Klammern dienen in wissenschaftlichen Texten beispielsweise dazu, auf andere Textstellen oder auf Abbildungen zu verweisen: „(siehe auch Kapitel 5.3)“, „(Abb. 01)“. Je nach Zitiersystem stehen im Text auch die Quellenangaben in runden Klammern: „(Schmidt 2015, S. 3)“.
Außerdem spielen eckige Klammern eine zentrale Rolle, und zwar meistens in Verbindung mit wörtlichen Zitaten: