1. Juni 2026
01.Juni 2026
Anführungszeichen gehören zur Familie der Interpunktionszeichen. Umgangssprachlich als „Gänsefüßchen“ bezeichnet, dienen sie dazu, einzelne Wörter, Sätze oder ganze Textpassagen vom übrigen Text abzusetzen. Hier folgen ihre häufigsten Einsatzorte.
Wenn in einem Roman eine Figur etwas sagt, dann steht diese direkte Rede in der Regel in Anführungszeichen. Beispiele:
Anders als bei der wörtlichen Rede werden hier Wörter, Wortgruppen oder Sätze im Sinne eines Zitats (dazu unten mehr) in einen Satz eingebettet. Beispiele:
Geht es zum Beispiel um die Definition eines einzelnen Fachbegriffs, dann kann dieser zur Betonung in Anführungszeichen gesetzt werden. Beispiele:
Auch Namen von Projekten, Themen, Gastronomien, Werktitel etc. können, müssen aber nicht in Anführungszeichen stehen. Beispiele:
Hierbei geht es um solche Wörter, die nicht in ihrem eigentlichen Wortsinn gemeint sind. Um das Stilmittel Ironie zweifelsfrei erkennbar zu machen, sind auch hier Anführungszeichen sinnvoll. Beispiele:
Nimmt der Text umgangssprachliche Wörter, Wendungen und neue Wortbildungen auf, so ist es empfehlenswert, diese ebenfalls auszuzeichnen. Beispiele:
Leider gehören Schimpfwörter inzwischen wie selbstverständlich zum Alltag. Verwenden Politikerinnen und Politiker sie in aller Öffentlichkeit, setzen Zeitungsredaktionen sie in ihren Artikeln in Anführungszeichen, um das Zitat kenntlich zu machen:
Die Liebe zum Detail ist bei einem wissenschaftlichen Schreibstil besonders wichtig. Eine fehlende Sorgfalt bei direkten oder indirekten Zitaten kann als Plagiat entlarvt werden – und hat schon so manche politische Karriere frühzeitig beendet. Daher ist die Beachtung bestimmter Regeln notwendig.
Steht innerhalb eines direkten Zitats eine weitere Hervorhebung, erfolgt diese in einfachen Anführungszeichen: „Hast du den Artikel im ,Tagblatt‘ gelesen?“ Liegt kein Zitat vor, können einzeln herausgestellte Begriffe auch in einfachen Anführungszeichen stehen: ,Wort‘.
Nach „sogenannte“ oder abgekürzt „sog.“ steht das folgende Wort bzw. stehen mehrere Wörter nicht in Anführungszeichen, da die Betonung bereits durch das vorangestellte Adjektiv erfolgt. Möchte man die Anführungszeichen behalten, so entfällt „sogenannte“.
Bei Definitionen stehen einzelne Fachtermini in Anführungszeichen, zum Beispiel „Systemtheorie“. Aber das ergänzte Substantiv Systemtheoriebegriff kommt ohne sie aus. Bei Übersetzungen in Klammern entfallen Anführungszeichen ebenfalls.
Da wissenschaftliche Autorinnen und Autoren mit zahlreichen Zitaten arbeiten, sollten Anführungszeichen als Auszeichnung für andere Textteile wie beispielsweise Projektnamen entweder entfallen oder durch eine Kursivierung ersetzt werden. Beispielsweise kommen Projektnamen und Themen auch gut ohne sie aus. Eingerückte längere Zitate stehen ebenfalls nicht in Anführungszeichen. Werktitel von Romanen, Kunstwerken, Filmen oder Ausstellungen sind sogar besser zu erkennen, wenn sie nur kursiv ausgezeichnet sind. Idealerweise ist die Handhabung in einem Stylesheet geregelt.
Treffen bei Zitaten verschiedene Varianten von Anführungszeichen aus zwei Sprachen aufeinander, so dürfen diejenigen angepasst werden, die nicht zur Sprache des Haupttexts gehören (so in Verlagen). Oder auch nicht, denn beides ist erlaubt.
Enthält ein Satz ein wörtliches Zitat, richtet sich der Punkt an dessen Ende danach, wie es eingebunden ist. Zwei Beispiele: