1. September 2026
01.September 2026
Das Wort „Artikel“ besitzt verschiedene Bedeutungen. Es kann um einen Beitrag in einer Zeitung oder einen einzelnen Aufsatz gehen, einen Abschnitt in einem Gesetz oder einem Manifest oder auch um eine Ware. Im Folgenden aber soll sich alles um die oft unentbehrlichen Begleiter von Substantiven drehen: weibliche (42,5 %), männliche (33,6 %) und neutrale (21,2 %).
Viele Schülerinnen und Schüler, vor allem Nichtmuttersprachler, stöhnen im Deutschunterricht über die bestimmten Artikel „der“, „die“ und „das“. Rund 50 Substantive gönnen sich für ein und dieselbe Bedeutung sogar zwei oder drei Artikel, zum Beispiel „der/die/das Joghurt“, „der/die/das Spam“ oder „der/die/das Triangel“. Bei „Band“ geht es, je nach Artikel, um drei verschiedene Dinge: „Die Band“ ist eine Musikgruppe, „das Band“ kann sich auf Schmuckband, Geschenkband, Fließband, Tonband oder Förderband beziehen, während „der Band“ ein eher dickeres Buch ist. Bei Markennamen wie „Nutella“ gibt es keine Festlegung auf einen Artikel, wobei „die Nutella(-Creme)“ üblich ist. Sprachlehrerinnen und -lehrer raten gerne, die Artikel gleich zusammen mit den Substantiven auswendig zu lernen. Bei rund 300.000 bis 500.000 ist das wirklich keine Kleinigkeit.
Neben den drei bestimmten Artikeln „der“, „die“ und „das“ gibt es zwei unbestimmte, nämlich „ein“ (männlich, neutral) und „eine“ (weiblich). Welcher vor einem Substantiv steht, richtet sich nach dem inhaltlichen Bezug. Geht es bei dem folgenden Substantiv um etwas Allgemeines oder etwas Spezifisches?
Begriffe wie „der Goldene Schnitt“ (in der Kunst ein bestimmtes Verhältnis von Proportionen) oder „der Herr“ (Gott) kommen aufgrund ihres feststehenden Charakters immer mit einem bestimmten Artikel daher. „Ein Herr“ hingegen ist irgendein Mann, mit dem man ein elegantes Auftreten verbindet oder den man aus Höflichkeit so bezeichnet.
Bei der Benennung deutscher Ministerien spielt der bestimmte Artikel übrigens auch eine Rolle. Die klassischen Ressorts, die im Grundgesetz stehen, heißen zum Beispiel „Bundesministerium der Finanzen“, „Bundesministerium der Verteidigung“ oder „Bundesministerium des Innern“. Alle jüngeren Ministerien tragen die Präposition „für“ in ihrem Namen, zum Beispiel das „Bundesministerium für Arbeit und Soziales“.
Artikel informieren zudem über die Anzahl und den jeweiligen Fall (Kasus). Hier zwei Beispiele für den bestimmten Artikel: „Peter sieht den Lehrer an“ oder: „Die Kinder singen.“ Und für den unbestimmten Artikel: „Eines Tages wird er gewinnen.“
Wie genau dekliniert wird, steht im Online-Duden bei jedem Substantiv unter „Grammatik“, von wo aus es zur Deklinationstabelle geht. Hier ein Beispiel:
| Fall (Kasus) | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Artikel | die Artikel |
| Akkusativ | den Artikel | die Artikel |
| Dativ | dem Artikel | den Artikeln |
| Genitiv | des Artikels | der Artikel |
Der bestimmte Artikel kann außerdem mit einer Präposition zu einem neuen Wort verschmelzen:
Ist ein Substantiv allein unterwegs, hat die Abwesenheit des Artikels einen Namen: „Nullartikel“. Hier nur eine kleine Auswahl an Beispielen:
Zumindest in den mir vorliegenden Texten lassen Autorinnen und Autoren den Artikel zunehmend weg, und zwar über den üblichen Wegfall hinaus. Vermutlich kommt darin einmal mehr die allgemeine Tendenz zum Ausdruck, Sprache zu verkürzen. Das kann funktionieren – oder auch nicht. Ich sehe mir jeden Fall genau an.