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Blog 2018-06-25T09:28:35+00:00

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Bei Sätzen wie „Erinnerst du noch den heißen Sommer im vergangenen Jahr?“ oder „Ich erinnere das WM-Spiel“ ist das Verb „erinnern“ mit einem direkten Akkusativobjekt verbunden. Doch im Sinne von „wieder an jemanden oder an etwas denken“ ist nur die reflexive Form mit Präpositionalobjekt oder Genitiv korrekt, also: „Erinnerst du dich noch an den heißen Sommer im vergangenen Jahr?“, „Er erinnerte sich des WM-Spiels“. Letzteres sagt zwar kein Mensch, doch schreiben darf er es.

Selbst wenn ich inzwischen relativ lange Lektorin bin, tauchen noch immer sprachliche Zweifelsfälle auf. Dann wende ich mich an die Duden-Sprachberatung, die zwar nicht gerade billig zu haben ist (pro Minute € 1,99 aus dem Festnetz, Tel. 09001 870098 für Deutschland), doch dafür ist man bei kniffeligen Fällen auf der sicheren Seite.

Sich für einen guten Stil zu entscheiden, „macht Sinn“: Mir wird es sicher nicht gelingen, diese schlechte, aber gängige Adaption zu verbannen, die übrigens in keiner Synchronisation amerikanisch- oder englischsprachiger Filme vorkommt. Trotzdem der Versuch: Es ist z.B. „sinnvoll“ bzw. „sinnlos“ oder „ergibt Sinn“.

Webauftritt, Website, Webseite, Homepage: Häufig erfolgt eine synonyme Verwendung dieser Substantive, aber eine Unterscheidung wäre gut. Der „Webauftritt“ umfasst neben der Homepage alle Unterseiten, die über eine URL (Internetadresse) erreichbar sind. Das ist beim englischen Wort „Website“ ebenso. Die „Webseite“ ist eine beliebige Seite des Webauftritts, die „Homepage“ (Startseite) nur die erste als Ausgangspunkt. Ist diese besonders detailliert angelegt, ist auch von einem „Portal“ die Rede.

Wie schön, seit gestern gehört Michi zu meinem Team. Er hat Mathematik und Informatik studiert, sein Examen in der Tasche und wird als Lektor die Bearbeitung wissenschaftlicher Texte aus beiden Bereichen übernehmen. E-Mail an mich genügt.

„Zu Hause“ oder „Zuhause“? Diese Frage beantworten Fußmattenhersteller in der Regel kreativ, und nicht nur sie. Denn laut Duden-Empfehlung freut man sich auf oder fühlt sich „zu Hause“. Doch sobald ein Artikel vorangestellt ist, heißt es „das/ein Zuhause“.

Gewusst wo: Die Schreibweisen von Jahresangaben stehen im Duden unter A bei „Achtzigerjahre“, weil das Alphabet entscheidend ist. Wenn ihr übrigens Schreibweisen von Farben sucht, dann unter „Blau“, weil das B bei den Grundfarben alphabetisch den Ton angibt.

Erfolgt etwas „zeitgleich“, dann bezieht sich die Angabe auf die identische Dauer eines Ereignisses im Vergleich zu einem anderen, und zwar unabhängig davon, wann es beginnt. Zwei Skirennfahrer können zeitgleich fahren, allerdings immer nacheinander. Zwei Sprinter hingegen können das Ziel „gleichzeitig“ erreichen, also zu einem identischen Zeitpunkt.

Klar, Vornamen für den lieben Nachwuchs findet man überall. Bei der Gesellschaft für deutsche Sprache sitzt die verbürgte Kompetenz am anderen Ende der Leitung und gibt Auskunft, was geht und was nicht: http://www.gfds.de/vornamen/. Wenn das die Eltern von Satan, Sputnik, Pillula, Tom Tom, Borussia und Verleihnix gewusst hätten!

Wenn zwei Frauen sich für ein bestimmtes Kleid entscheiden, tragen sie dann „dasselbe“ oder „das gleiche“? Sie tragen das gleiche, weil es zwar ein Modell, aber doch zwei Exemplare sind. Es sei denn, die eine liehe sich das Kleid von der anderen und zöge es an. In diesem Fall würde sie dasselbe tragen. Bei der kommenden Oscar-Verleihung wird zuverlässig weder das eine noch das andere geschehen.

Gut zu wissen für die Korrespondenz mit den Eidgenossen: Wenn es sich um „Schweizer“ Käse oder – besser noch – „Schweizer“ Schokolade handelt, ist ein großes S im Spiel. Geht es aber um die „schweizerische“ Sprache oder so, dann steht zu Beginn ein kleines. Ausgenommen sind Eigennamen wie „Schweizerische Bundesbahnen“.

Der Import von Anglizismen hierzulande kennt (fast) keine Grenzen mehr. Es wird gechillt, gejoggt, gezoomt, gerappt, geskated, was das Zeug hält. Doch es geht auch andersherum. Der „Kindergarten“ ist außerhalb Deutschlands zweifellos berühmt. Weniger bekannt sein dürfte jedoch die „Schadenfreude“, für die es im Englischen kein eigenes Wort gibt. Aber das Gefühl kennen die Briten schon, wie aus zuverlässiger Quelle zu erfahren war.

Stehen wir (zweifellos hoffnungsvoll) am Anfang diesen oder dieses Jahres? Korrekt ist „dieses Jahres“. Wo wir allerdings im Januar nächsten Jahres sein werden, ist ungewiss. Warum? Weil wir zum einen keine Hellseher sind und zum anderen, weil es sich bei „im Januar (des) nächsten Jahres“ um eine Verkürzung handelt.

Wie sieht’s mit dem Komma bei der Anrede in einem Brief oder einer E-Mail aus: „Hallo Herr Müller-Lüdenscheidt“ oder „Guten Tag, Herr Dr. Klöbner“? Nach der Anrede folgt immer ein Komma. Nur wenn sie aus einem Wort besteht, kann das Komma entfallen. Also alles richtig.

Die Sprache von Textern in Werbeagenturen ist auf den Effekt aus, aber nicht immer korrekt: „Geschmäcker sind verschieden“: Inzwischen hat sich dieser falsche Plural, nicht zuletzt aufgrund des Slogans in der TV-Werbung eines namhaften Süßwarenherstellers, überall festgesetzt. Ich möchte das „r“ trotz leckerer Frösche wieder loswerden, denn richtig ist „Geschmäcke“.

Es ist insbesondere für Doktoranden und Selfpublisher empfehlenswert, ihren Vertrag mit einem Verlag oder einem anderen Unternehmen vor der Unterzeichnung prüfen zu lassen. Meine Kunden erhalten künftig eine Empfehlung, an welche spezialisierte Kanzlei sie sich wenden können. Sie wird ihnen ein vergünstigtes Pauschalhonorar für die Erstberatung und die Prüfung des Vertrags berechnen.

Jahresangaben tauchen gerne in vielen Varianten auf: 90er Jahre, 90er-Jahre, 1990er Jahre, 1990er-Jahre, neunziger Jahre oder Neunzigerjahre. Der Duden empfiehlt „90er-Jahre“ oder „Neunzigerjahre“. „90er Jahre“ geht noch, „neunziger Jahre“ auch (alte Rechtschreibung). Da wir bereits seit einiger Zeit im 21. Jahrhundert leben, bevorzuge ich für wissenschaftliche Texte „1990er-Jahre“ oder „Neunzigerjahre des 20. Jahrhunderts“.

Reif für die Insel sein, das kennt jeder. Aber ist man dann „auf Ibiza“ gut aufgehoben oder geht besser „in Island“ wandern? Ganz einfach: Ist das Eiland ein eher kleines und Teil eines anderen Landes (Ibiza), dann „auf“. Ist die Insel relativ groß und ein eigenes Land (Island), kann man sowohl „auf“ als auch „in“ sagen.

Es gibt Lektoren, die bei dem Gedanken an Self-Publisher die Nase rümpfen. Ich nicht. Denn wenn Autoren in ihrer Freizeit engagiert ein Manuskript schreiben, verdient das Respekt. Gerne berate ich Interessenten, wie sie ein Buch schreiben können. Und erkläre, warum sie vieles selbst tun, aber nicht auf einen Lektor verzichten können.

Schon mal über die Aussprache des Wortes „Accessoire“ gestolpert? Oder über „Grenoble“, bei dem sogar manche Nachrichtensprecher falsch liegen? Tipp: Bei dem fraglichen Wort im Duden online unter „Aussprache“ den kleinen Lautsprecher anklicken. Und schon kann man hören, wie es richtig heißt. Leider noch nicht bei „Desoxyribonukleinsäure“.

„Aktuell“ lässt sich nicht steigern, trotz „aktuellster Meldungen“ in Presse und Hörfunk, die bewusst diesen Fehler verbreiten, um Aufmerksamkeit zu generieren. Sogar im Duden online steht als Erläuterung zu „top“: „auf dem aktuellsten Stand“. Das ist definitiv falsch. Sobald etwas Neues vorliegt, ist Früheres nicht mehr aktuell.

Es gibt sie alle: viele, herzliche, schöne, freundliche, beste, liebe Grüße. Nur bei „Hochachtungsvoll“ wird’s förmlich bis unangenehm. Aber in schöner Regelmäßigkeit schreiben die meisten zwischen „Grüße“ und ihrem Namen ein Komma. Das ist nur im Englischen korrekt, im Deutschen kommt dort nach wie vor keins hin, auch nicht in E-Mails.

Portale, die ein wissenschaftliches Lektorat anbieten, werben gerne mit den Versprechen: billig, schnell, rund um die Uhr. Doch es gibt Gründe, hier misstrauisch zu sein. Das wissen am besten Studenten, die mit Bearbeitungen dieser Art unzufrieden sind und sich dann an mich wenden. Es ist immer empfehlenswert, direkt einen professionellen Lektor zu beauftragen. Letztlich ist es auch günstiger.

Aus aktuellem Anlass: Der DFB hatte bereits Anfang des 20. Jahrhunderts diese Wörter für die Fußballsprache aus dem Englischen übernommen: offside → Abseits, outside → Aus, half time → Halbzeit, corner → Ecke, goal → Tor. Sogar „Sport“ ist die Kurzform von „disport“ (Zeitvertreib, Spiel).